Talent Management
neu erfinden
Beratungsbeispiel 4
Beratungsbeispiel 4:
Talent Management neu erfinden
AusgangslageEin Telekommunikationskonzern ist mit seinem etabliertem Talent Management System unzufrieden. Bei den jungen Potenzialträgern gibt es eine signifikante Fluktuation. "Alte Talente" (50 plus) erscheinen demotiviert und in der innerlichen Kündigung. Zwischen den beiden Gruppen ist die Zusammenarbeit schlecht, was zu erheblichen Reibungsverlusten führt.

Vorgehensweise Auf Basis von Interviews mit Beteiligten im Unternehmen führen wir eine Ist-Analyse durch. Ein Ergebnis: Die jungen Talente gehen, da sie zu wenig Gestaltungsspielraum vorfinden. Sie fühlen sich von den erfahrenen Kolleginnen und Kollegen gebremst. Die "Alten" wiederum fühlen sich ausgegrenzt: "Unsere Erfahrung zählt nicht", ist ein typischer Satz eines 50plus-Vertreters. In der Folge intensiviert die Personalentwicklung den Dialog mit den erfahrenen Know-how-Trägern. Sie erhalten eine Statusaufwertung als "Paten" der jungen Talente. Ein Wettbewerb für den "Potenzialentfalter des Jahres" rückt das Thema in den Fokus der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Zudem bringt eine Konferenz nach der Open Space-Methode alle Mitglieder des Talent Pools und eine gleiche Anzahl erfahrener Know-how-Träger zusammen. Das Besondere: Die Talente sind die Gastgeber. Thema der Konferenz mit insgesamt ca. 400 Teilnehmern ist die Verbesserung der Servicequalität.
-Dort werden verschiedene Service-Schwachstellen identifiziert und sofort Maßnahmen zur Abhilfe definiert. Die Geschäftsführung gibt noch vor Ort sechs Top-Projekte zur Umsetzung frei. Gekoppelt an die Maßnahmen ist zudem das Pilotprojekt "Wissensarbeiter führen". Dahinter verbirgt sich ein Trainingsangebot für Führungskräfte, das die besonderen Führungserwartungen von High Potentials in den Blick nimmt. Mit Aspekten wie Gewährung von Gestaltungsspielräumen, Vertrauensbildung, Delegation von Macht setzt es direkt an der Führungskultur an. Ein Kreis von Führungskräften bildet zudem die Initiative "Cool-egiale Vernetzung und Beratung" – ein Format der kollegialen Beratung. Als nächster Schritt wird die Einführung eines 180 Grad Feedbacks die Entwicklung der Führungskultur weiter unterstützen.

ErfolgeInsgesamt hat das Unternehmen sein Talent Management neu erfunden, indem es dieses mit der Entwicklung der Führungskultur verzahnt hat. Ein direkt messbarer Erfolg ist der Rückgang der Fluktuation bei den Talenten. Zugleich haben sich die Zufriedenheit und das Engagement der älteren Know-how-Träger gesteigert. Verbesserungen in der Servicequalität wirken sich zudem positiv auf die Kundenzufriedenheit aus.